DSWV nutzt WM-Vergleich mit Curaçao, um ungleiche Bedingungen im Wettmarkt zu beleuchten

Tina Sullivan · Jun 20, 2026

DSWV nutzt WM-Vergleich mit Curaçao, um ungleiche Bedingungen im Wettmarkt zu beleuchten

DSWV Pressemitteilung zur Deutschland gegen Curaçao Analogie im Sportwettenkontext

Der Deutsche Sportwettenverband hat eine Erklärung veröffentlicht, in der er das bevorstehende Fußballspiel Deutschland gegen Curaçao bei der Weltmeisterschaft 2026 als direkte Analogie für die ungleichen regulatorischen Rahmenbedingungen im deutschen Online-Sportwettenmarkt heranzieht, und zwar zu einem Zeitpunkt, an dem die Vorbereitungen auf die GlüStV-2021-Evaluation laufen. Die Mitteilung weist darauf hin, dass zahlreiche Wettangebote, die sich gezielt an deutsche Spieler richten, unter Curaçao-Lizenzen operieren, ohne die erforderliche deutsche Genehmigung zu besitzen. Solche Angebote umgehen damit die in Deutschland geltenden Standards für Spielerschutz, Einzahlungs- und Einsatzlimits, Werberichtlinien sowie Identitätsprüfungen, die für zugelassene Betreiber verbindlich sind.

Die Analogie zum Länderspiel und ihre Bedeutung

Im Kern der Stellungnahme steht die Beobachtung, dass auf dem Spielfeld zwar gleiche Regeln gelten, während im Wettmarkt parallele Strukturen bestehen, die deutschen Anbietern mit regulärer Lizenz strengere Auflagen auferlegen als Anbietern mit ausländischen Genehmigungen. Der Verband beschreibt, wie Angebote aus Curaçao während Großereignissen wie der Weltmeisterschaft verstärkt auf deutsche Nutzer abzielen, ohne die Mechanismen zur Begrenzung von Verlustrisiken oder zur Werbebeschränkung einzuhalten, die im GlüStV 2021 festgeschrieben sind. Daten aus Markterhebungen zeigen, dass ein erheblicher Teil der Aktivitäten im unregulierten Segment verbleibt, was die Kanalisierungsbemühungen erschwert. Beobachter der Branche haben festgestellt, dass solche Angebote besonders während Turnieren mit hoher Reichweite an Bedeutung gewinnen, da die Nachfrage nach Sportwetten sprunghaft ansteigt.

Auswirkungen auf Spielerschutz und Marktdynamik

Die Erklärung hebt hervor, dass fehlende deutsche Autorisierung bei Curaçao-basierten Plattformen die Umsetzung von Einzahlungslimits und verpflichtenden Identitätskontrollen verhindert, wodurch Risiken für Nutzer entstehen, die in der regulierten Umgebung durch gesetzliche Vorgaben minimiert werden. Statistiken der zuständigen Aufsichtsbehörden belegen, dass der Anteil des Online-Glücksspiels, der zu lizenzierten Anbietern fließt, zwar gestiegen ist, doch ein signifikanter Schwarzmarktanteil weiterhin besteht und durch internationale Lizenzen gestützt wird. Während der GlüStV 2021 die Grundlage für einheitliche Werbe- und Verifizierungsstandards schuf, weist der DSWV darauf hin, dass Anbieter ohne deutsche Zulassung diese Standards nicht anwenden müssen, was zu Wettbewerbsverzerrungen führt. Experten der Branche haben in Analysen festgehalten, dass die Kanalisierung in den regulierten Markt nur dann vollständig gelingen kann, wenn Maßnahmen gegen grenzüberschreitende Angebote verstärkt werden, die sich an deutsche Spieler richten.

Vorbereitung auf die Evaluation des GlüStV 2021

Analyse der Marktbedingungen für Sportwetten im Vorfeld der GlüStV-Evaluation

Die Stellungnahme des Verbands erfolgt im Vorfeld der anstehenden Bewertung des Glücksspielstaatsvertrags 2021, die im Juni 2026 weitere Erkenntnisse zur Wirksamkeit der Regulierung liefern soll. Der DSWV fordert darin verstärkte Schritte, um Spieler in das regulierte Segment zu lenken und den Einfluss des Schwarzmarkts einzudämmen. Berichte über Transaktionsvolumina zeigen, dass Angebote ohne deutsche Lizenz weiterhin einen spürbaren Anteil der Wetten auf internationale Ereignisse abdecken, obwohl die gesetzlichen Rahmenbedingungen klare Vorgaben für Werbung und Spielerschutz enthalten. Die Analogie zum Länderspiel dient dabei als Illustration dafür, dass gleiche Bedingungen auf dem Platz nicht automatisch zu gleichen regulatorischen Voraussetzungen im Wettgeschäft führen.

Marktdaten aus den vergangenen Jahren haben ergeben, dass die Einführung des GlüStV 2021 zu einer schrittweisen Verschiebung der Aktivitäten in den legalen Bereich beigetragen hat, doch Anbieter mit Curaçao-Lizenzen diese Entwicklung teilweise umgehen. Der Verband verweist auf die Notwendigkeit, bestehende Regelungen konsequenter durchzusetzen, um sicherzustellen, dass Werbemaßnahmen und Verifizierungsprozesse flächendeckend Anwendung finden. Beobachter der Regulierungslandschaft haben dokumentiert, dass Großereignisse wie die WM 2026 die Herausforderungen verstärken, weil die Sichtbarkeit von Wettangeboten zunimmt und damit auch die Reichweite unregulierter Plattformen.

Fazit

Die Veröffentlichung des DSWV fasst die aktuellen Diskussionen um die Durchsetzung einheitlicher Standards im deutschen Sportwettenmarkt zusammen und stellt den Zusammenhang zwischen internationalen Lizenzen und der Kanalisierung in den regulierten Bereich heraus. Die Evaluation des GlüStV 2021 wird zeigen, inwieweit weitere Anpassungen erforderlich sind, um den Anteil des Schwarzmarkts zu reduzieren. Die Stellungnahme bleibt dabei auf die Fakten der regulatorischen Unterschiede und ihre Auswirkungen auf Spielerschutzmechanismen fokussiert. DSWV Stellungnahme